Deutscher Buchpreis 2007
8. Oktober 2007Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels zeichnete die Autorin am Montag (8.10.2007) in Frankfurt am Main für das Werk "Die Mittagsfrau" mit dem Preis aus. Er ist mit 25.000 Euro dotiert. Der Roman der 37-jährigen Franck spielt vor dem Hintergrund zweier Weltkriege. Zentrale Figur des Romans ist die Halbjüdin Helene, die viele Schicksalsschläge hinzunehmen hat und daran zerbricht. Auch die Liebe ihres Sohnes hilft ihr nicht; sie verlässt ihn schließlich.
"Das Buch überzeugt durch sprachliche Eindringlichkeit, erzählerische Kraft und psychologische Intensität. Ein Roman für lange Gespräche", begründete die Jury ihre Entscheidung.
Die Finalisten
Die Jury hatte zum Schluss die Auswahl unter sechs Romanen, die in die Finalrunde kamen. Nominiert waren neben Franck "Das bin doch ich" von Thomas Glavinic, "Abendland" von Michael Köhlmeier, "Böse Schafe" von Katja Lange-Müller, "Der Mond und das Mädchen" von Martin Mosebach und "Wallner beginnt zu fliegen" von Thomas von Steinaecker. Die Jury hatte insgesamt 117 Titel zur Auswahl, die zwischen dem 1. Oktober 2006 und dem 12. September 2007 erschienen sind.
Jährlich wechselnde Jury
Der Deutsche Buchpreis wird jedes Jahr als Auszeichnung für den besten deutschsprachigen Roman vergeben. Um Unabhängigkeit und Transparenz bei der Preisvergabe zu sichern, wurde eine "Akademie Deutscher Buchpreis" berufen; die elf Mitglieder kommen aus der Buch- und Medienbranche. Das Gremium bestimmt die jährlich wechselnde Jury, die den Preisträger in mehreren Auswahletappen kürt. Der Preis wird traditionell am Vorabend der Frankfurter Buchmesse verliehen.
Julias Franck zählt zu den erfolgreichsten Nachwuchsautoren Deutschlands. Sie veröffentlichte bisher die Romane "Der neue Koch", "Liebediener" und "Lagerfeuer".
Jeder Verlag aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kann sich mit zwei deutschsprachigen Romanen aus seinem aktuellen oder geplanten Programm um die Auszeichnung bewerben. Die Jury sichtet die Einsendungen, sie kann auch zusätzliche Titel anfordern, die sie für geeignet hält. (vem)